04.07.2016

5 nach 12 für den Artenschutz -Blühende Randstreifen für die Artenvielfalt: Veranstaltung

v.l Rolf Souilljee, Hans Glader, Sigrid Wingerter

Die Vorsitzende des Ortsverbands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Borken begrüßte Rolf Souilljee und Hans Glader vom Naturschutzbund, die über den Artenschwund heimischer Vogelarten in Borken referierten.So erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand zahlreicher Fotos wie sich der Zustand der Lebensräume von Kiebitz, Feldlerche, Brachvogel und anderen bedrohten Arten im heimischen Raum darstellt. 45 % der heimischen Tier- und Pflanzen seien vom Aussterben bedroht. So sei die Vielfalt der Einfalt in der Natur gewichen, so Herr Glader. Seltene Arten würden nur noch in ausgewiesenen Naturschutzgebieten angetroffen. Dies sei zum Erhalt der Arten aber bei weitem nicht ausreichend, kommentierte er die Bemühungen, die die EU, Nordrhein-Westfalen und die Kreise mit unterschiedlichen Konzepten verfolgten. Feldvögel seien Spezialisten für bestimmte Lebensräume, die sehr empfindlich auf Eingriffe in die Natur reagieren würden. Der Kreis Borken sei in Sachen Landschaftsveränderung zum Nachteil des Artenschutzes in NRW Spitzenreiter, sei er doch am meisten durch die immer stärker werdende industrielle Landwirtschaft geprägt. Maismonokulturen, intensive Mahd, Einsatz von Herbiziden und Pestiziden sowie Düngemittel tragen zur Vernichtung natürlicher Lebensräume bei. Dies geschehe alles völlig legal, betonte der Nabu-Experte. Wolle man den Artenschwund auf Dauer stoppen, müsse man die Spannung zwischen Landwirtschaft, Energiegewinnung und Artenschutz überwinden und über eine andere Landwirtschaftspolitik nachdenken. Hier sei die Politik in der Verantwortung. So hat die rot-grüne Landesregierung die Biodiversitätsstrategie verabschiedet, in der unterschiedliche Maßnahmen beschrieben werden. Dies sei ein wichtiger und richtiger Schritt, allerdings müssten die einzelnen Maßnahmen noch konkretisiert werden. Auch müsse man Geld für deren Umsetzung in die Hand nehmen, z.B. für den Ankauf von geeigneten Flächen, so die NABU-Experten. Auch der Kreis Borken hat in den neuen Landschaftsplänen Schutzgebiete ausgewiesen und leistet mit der Naturfördergesellschaft wie auch mit der Stiftung Kulturlandschaft einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Darüber hinaus kann jede Kommune dazu beitragen, dass Kiebitz und Co sich wieder bei uns ansiedeln. Die Rückgewinnung eigener Flächen, auf denen durch geeignete Maßnahmen wieder artenreiche Gebiete geschaffen werden können. So z.B. die Randstreifen der Äcker mit blühenden Pflanzen versehen. Diese Chance dürfe auf keinen Fall vertan werden, so Herr Souilljee vom Nabu. In der anschließenden Diskussion regte eine Teilnehmerin an, in der Öffentlichkeit mehr auf bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen. Nur was der Mensch kenne, will er auch schützen. Jeder einzelne könne etwas zum Schutz der Arten beitragen, z.B. in dem die ehrenamtliche Arbeit der Naturschutzverbände unterstützt. Damit es nicht beim „fünf nach zwölf für den Artenschutz!“ bleibt.

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